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PrEP

Präexpositionsprophylaxe

Im Fall der PrEP wird das HIV-Medikament vor einem möglichen Risikokontakt eingenommen. Die Medikamente sind rezeptpflichtig und werden derzeit nicht von den österreichischen Krankenkassen übernommen – die PrEP muss also privat bezahlt werden.
Für diesen speziellen Einsatzzweck ist bisher in Europa nur ein Medikament zugelassen – mit monatlichen Kosten fast 1000 Euro im Monat. Seit dem der Patentschutz abgelaufen ist, gibt es jedoch vermehrt Generika (Medikamente die den gleichen Wirkstoff wie das Original enthalten), die zu deutlich günstigeren Preisen zu haben sind. Auch diese kosten, wenn sie für die Therapie einer HIV-Infektion eingesetzt werden, immer noch mehrere hundert Euro im Monat.
Allerdings bieten einige Apotheken, durch spezielle Verträge mit den Herstellern das Medikament für knapp 60 Euro pro Monat an.

Wie bereits erwähnt kommen für die PrEP Generika mit der Wirkstoffkombination Tenofovirdisoproxil und Emtricitabin zum Einsatz. Diese solle das HI-Virus daran hindern sich im Körper zu vermehren.
Die erste Studie dazu war die PROUD-Studie mit 544 homosexuellen Männern. Dabei zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit sich unter PrEP-Einnahme mit HIV zu infizieren um 86% reduziert wurde. Weitere Studien waren die IPERGAY-Studie, die zur anlassbezogenen PrEP durchgeführt wurde sowie die französische PREVENIR-Studie mit über 3.000 Teilnehmer:innen, die selbst entscheiden konnten, ob sie die PrEP anlassbezogen oder täglich einnahmen. Als im Juli 2019 die Ergebnisse präsentiert wurden, zeigte sich dass es unter den 3.000 Teilnehmer:innen nur zu zwei HIV-Infektionen kam.


Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten die PrEP einzunehmen, wobei nur die durchgehende (tägliche) Einnahme eine behördliche Zulassung besitzt.


1) durchgehende, tägliche Einnahme:

  • einmal am Tag 1 Tablette
  • hat den Vorteil, dass man seinen Geschlechtsverkehr nicht planen muss
  • ist empfehlenswert wenn man 1x pro Woche oder öfter Geschlechtsverkehr hat
  • Wenn man kurz nach Beginn der PrEP Geschlechtsverkehr haben will, sollten am ersten Tag 2 Tabletten allerspätestens 2 Stunden vor dem ersten Kontakt eingenommen werden. Ansonsten muss man vor dem ersten Geschlechtsverkehr eine Woche durchgehend eine Tablette täglich eingenommen haben.
  • Wenn man die tägliche PrEP beenden will, sollte man diese noch 7 Tage nach dem letzten Geschlechtsverkehr weiter einnehmen.
  • Aufgrund einer anderen Verteilung am Wirkungsort, ist bei aufnehmendem Vaginalverkehr nur die tägliche Einnahme mit einem Beginn 7 Tage vor dem Geschlechtsverkehr sicher. Die anlassbezogene PrEP eignet sich in diesem Fall nicht!

2) Die anlassbezogene PrEP (für dieses Einnahmeschema besteht keine behördliche Zulassung):

  • Mindestens 2 bis maximal 24 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr 2 Tabletten auf einmal einnehmen
    • an den Folgetagen (alle 24h) mit Sex je eine Tablette einnehmen
    • 24 und 48 Stunden nach dem letzten Geschlechtsverkehr wieder noch je eine Tablette einnehmen – erst danach aufhören
  • nur sinnvoll wenn man selten einen potenzielles HIV-Risikokontakt hat und der Geschlechtsverkehr zeitlich planbar ist
  • nicht bei chronischer Hepatitis B zu empfehlen!
  • nicht bei aufnehmendem Vaginalverkehr geeignet

Zu beachten ist, dass die anlassbezogene PrEP keine behördliche Zulassung hat. Die Wirksamkeit wurde jedoch in Studien belegt.

Die PrEP ist wie die PEP zur Minimierung des HIV-Infektionsrisikos geeignet – verhindert jedoch nicht die Übertragung aller anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STDs). Vor allen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis, Tripper (Gonorrhoe), Chlamydien und auch Hepatitis A und C schützt nur das Kondom.


Vor Einnahme einer PrEP muss ein ärztliches Beratungsgespräch geführt werden.
Unser Patient:innen erhalten dieses Beratungsgespräch kostenlos. Dabei wird die PrEP und ihre Einnahme ausführlich besprochen und die notwendigen Laboruntersuchungen durchgeführt. Im Anschluss erhalten Sie von uns ein entsprechendes Rezept, das Sie allerdings nur in speziellen Apotheken einlösen können.
Für Patient:innen, die bei einem/einer anderen Hausarzt:in angebunden sind, bieten wir gegen eine Quartalsgebühr von € 50,00 eine 3-monatige PrEP-Betreuung inklusive Beratung und Rezeptverordnung an.


Auch die Kosten für die empfohlenen regelmäßigen Laborkontrollen werden nicht von den Sozialversicherungen übernommen und sind daher privat zu bezahlen.

Vor Beginn der PrEP

  • HIV-Test, Hepatitis C-Test plus Nierenfunktion € 35,00 (für Patienten mit Hepatitis-B-Impfung oder nach durchgemachter Hepatitis B)
    • bitte Impfpass mitbringen
    • Bluttest wenn keine Hepatitis B Impfung nachgewiesen werden kann € 40,00
    • bei fehlender Hepatitis B Impfung ist diese dringendst anzuraten

Alle 3 Monate

  • HIV-Test  plus Nierenfunktion € 25,00 (für Patienten ab 40 Jahren)
  • HIV-Test € 20,00 (für Patienten bis 40 Jahre)

Alle 12 Monate

  • HIV-Test, Hepatitis C-Test plus Nierenfunktion € 35,00